[vc_row][vc_column width=”1/1″][vc_single_image image=”817″ img_link_target=”_self”][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]Andrea Vetsch heisst die neue Moderatorin von 10vor10. Das ist eine gute Nachricht. Insbesondere, wenn man sich vergegenwärtigt, wer zuletzt alles als mögliche Nachfolgerinnen – die Vorstellung, die Funktion mit einem Mann zu besetzen, war offenbar so abartig, dass sie gar nicht erst verfolgt wurde – genannt worden war.

Andrea Vetsch ist immerhin Journalistin seit 1999, seit 2001 als Redaktorin und Moderatorin bei der TAGESSCHAU. In dieser Rolle macht sie einen hervorragenden Job: souverän, handwerklich solide, sympathisch.

Längere Erfahrung als Inland- oder Auslandkorrespondentin hat sie indes nicht, ein Hintergrund als Bundeshauskorrespondentin fehlt ihr ebenso wie auch nur sporadische Einsätze an einzelnen Hotspots dieser Welt. Zuletzt Schlagzeilen gemacht hat sie nicht aufgrund ihrer journalistischen Kompetenz, sondern weil sie im letzten Sommer Mutter einer Tochter geworden ist.

Das Problem: SRF tut sich schwer damit, aus dem eigenen Nachwuchs systematisch journalistische Persönlichkeiten heranzubilden. Nicht, dass da keine Talente wären. Arthur Honegger, Jonas Projer, Andrea Vetsch, Wasiliki Goutziomitros und wie sie alles heissen: Talente gäbe es genug. Nur: ein systematischer Karriereaufbau findet nicht statt. Projer wird nun, als Korrespondent aus Brüssel abberufen, zum neuen ARENA-Moderator. Und das, obwohl er weder Bundeshaus-Erfahrung noch Moderationserfahrung in dialogischen Sendegefässen sammeln konnte. Andrea Vetsch soll uns als 10vor10-Moderatorin die Welt erklären, die sie doch selbst als Journalistin nur aus dem Leutschenbach kennt.

Vielleicht lohnte sich ein Blick ins Ausland: Marietta Slomka beispielsweise, Moderatorin des HEUTE JOURNALS beim ZDF, begann als Parlamentskorrespondentin, arbeitete an Dokumentationen wie ihren Reportage-Reihen «Unterwegs in China» und «Afrikas Schätze» und veröffentliche zwei Bücher («Kanzler lieben Gummistiefel: So funktioniert Politik» und «Mein afrikanisches Tagebuch: Reise durch einen Kontinent im Aufbruch».

Der ARD-Tagesthemen-Moderator Thomas Roth war u.a. Korrespondent in Südafrika, Studioleiter und Korrespondent in Moskau, Leiter des ARD-Hauptstadtstudios in Berlin oder Studioleiter und Korrespondent in New York.

Slomka wie Roth sind journalistische Persönlichkeiten, von denen ich mir als Zuschauer gerne die Welt erklären lasse. Weil ich weiss, dass sie sie gesehen haben. Und weil sie das ausstrahlen, ohne in ihren Texten vor Narzissmus zu zerfliessen.

Wohlverstanden: Die Kritik richtet sich nicht gegen die erwähnten Medienschaffenden. Endlich erwachen müsste die Führung. Indem ein Talentpool gebildet wird, in dem Karriere-Aufbau betrieben wird und die erkannten Talente über mehrere Stationen an Aufgaben wie die Moderation einer grossen tagesaktuellen Hintergrundsendung herangeführt werden.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]