Portrait Patrick Senn

Patrick Senn ist Managing Partner und Gründer der comexperts AG – The Communications Experts. Sein Kerngeschäft ist das Training und Coaching von Führungskräften für alle Arten von Auftritten.

Patrick Senn erreichen Sie am einfachsten per E-Mail oder telefonisch:

E-Mail: psenn (at) comexperts.ch

Telefon: +41 43 497 70 75

 

Patrick Senn hatte die Hälfte seines Lebens im Journalismus verbracht, als er sich 2004 selbständig machte. Um zu lernen: Hinter den Kulissen macht die Arbeit noch viel mehr Spass.

Dabei war der Grund für den Seitenwechsel auch durch die Umstände bedingt: «Zum einen hatte sich da bereits abgezeichnet, dass journalistische Jobs, bei denen Qualitätsjournalismus gefragt ist, immer knapper werden. Das hat den Entscheid sicherlich erleichtert», erzählt Senn rückblickend. Immerhin ist er als Lehrbeauftragter für Journalismus an der HTW Chur noch in der Ausbildung des Nachwuchses tätig und behält damit den Kontakt zur Branche. Dass viele Medienschaffende diejenigen, welche die Seite gewechselt haben, nicht eben lieben und gefliessentlich als «Informationsverhinderer» taxieren, stört ihn nicht. Eher mokiert er sich: «Auf der einen Seite wird beklagt, die PR-Profis nähmen zuviel Einfluss, auf der anderen Seite sind die Medienschaffenden oftmals sehr bequem – wehe, wenn ihnen nicht alles pfannenfertig geliefert wird.»

Gerade weil aber die Bedingungen in der Branche immer eisiger werden, steigt der Bedarf an Experten, welche Ungeübten im Umgang mit dem Mediensystem zur Seite stehen.

Die Situation vor der Kamera üben

Medien- und Krisenkommunikations-Trainings sind deshalb nach wie vor das Kerngeschäft: Senn berät und coacht Führungskräft vor ihren Auftritten, geht die kritischen Fragen durch, die gestellt werden könnten und hilft, geeignete Antworten zu finden. Allerdings gibt es auch viele Auftritte ausserhalb der Medienwelt, etwa Kunden-Events oder Präsentationen mit anderen Stakeholdern, die gut vorbereitet sein wollen. Wichtig sei, «dass die drei Ebenen der Kommunikation, das verbale, das stimmliche und das körpersprachliche Elemente sich zu einem einheitlichen Ganzen zusammenfinden.»

Die Medienindustrie habe viele Methoden hervorgebracht, um eine Idee, einen Gedanken, an ein Publikum heranzutragen, sagt Senn. «Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, diese Techniken nutzbar zu machen für alle Arten von Auftritten.»

So bereitet der Medienfachmann heute den CEO einer Uhrenfirma auch einmal für eine wichtige Kundenpräsentation vor und übt mit ihm, sich auf einer Bühne als Gastgeber souverän zu bewegen. Oder hilft gute Ideen auch so zu präsentieren. «Wir sind ja heute Powerpoint-verseucht», ist Senn überzeugt: «Jede Präsentation läuft gleich ab, die Slides sind immer gleich aufgebaut.» Das muss nicht sein, sagt Senn. Und spricht davon, worauf es bei einer professionellen Präsentation eben auch ankomme: «Wie man sich im Raum bewegt ist genau so wichtig. Oder wie man mit dem Licht die Atmosphäre im Raum gestaltet. Und natürlich: Dass man eine gute Geschichte zu erzählen hat. Storytelling ist deshalb auch ein wichtiges Element in meiner Arbeit.»

Krisenkommunikation

Die zunehmende Skandalisierung als Ausdruck des erhöhten Wettbewerbs im Mediensystem bringt viele Organisationen dazu, sich auf den Worstcase vorzubereiten. «Das Undenkbare zu denken und vorbehaltene Entschlüsse dazu zu fällen, was denn zu tun wäre, wenn das Ereignis X eintritt, das gehört definitiv zu den spannendsten Aufgaben. Je schwieriger, umso besser», sagt Senn, für den die erfolgreichsten Krisen diejenigen sind, von denen nie jemand erfährt. «Es gelingt nicht immer, eine Krise abzuwenden, bevor die Medien Notiz davon nehmen. Aber natürlich ist das erste Anliegen immer, die Marke und die Marktposition eines Unternehmens zu schützen.» Was nur einen Nachteil mit sich bringt. Im Gegensatz zu einigen Mitbewerbern tritt Senn kaum je als Krisenmanager in den Medien in Erscheinung. «Stimmt natürlich», lacht der Medienprofi, «ich selbst kann mich so kaum in der Öffentlichkeit positionieren.» Halb so schlimm, sagt er: «Ich bin schliesslich für den Kunden da, nicht umgekehrt.»