Videobotschaften mit dem Teleprompter aufzeichnen

Der Teleprompter ist ein wunderbares Instrument für Rhetorik-Profis und TV-ModeratorInnen, die während Ihren Videobotschaften und TV-Moderationen den Augenkontakt mit dem Publikum halten wollen. Die Lesehilfe vor der Kameralinse ist dafür ein grossartiges Tool – wenn man es richtig einzusetzen weiss.

Der Teleprompter der heutigen Zeit macht sich einen optischen Trick zunutze, nämlich den, dass ein Text, der von unten auf eine schräg vor der Kameralinse befestigte Scheibe projeziert wird, für die Kameralinse unsichtbar bleibt. Die Zuschauerinnen und Zuschauer erhalten so den Eindruck, Sie würden in freier Rede angesprochen.

Teleprompter Schema. Wikipedia

  1. Arbeiten mit dem Teleprompter heisst nicht, dass Sie deshalb keine Vorbereitung brauchen. Im Gegenteil: Ein Text, der ab Prompter gelesen werden soll, muss gut einstudiert sein. Kein TV-Profi würde je einen Text prima vista ab Teleprompter lesen, wenn es sich irgendwie verhindern lässt.
  2. Das Lesen ab Teleprompter ist eine eigene Kulturtechnik. Sie muss geübt werden. Nur die wenigsten beherrschen das Prompter-Lesen einfach von Geburt an. Üben können Sie auf Internetseiten wie freeprompter.com oder cueprompter.com. Oder Sie laden eine App für Ihr Tablet oder Ihren Computer herunter.
  3. Haben Sie zur Sicherheit das Manuskript auch immer noch in ausgedruckter Form bei sich. Teleprompter sind Computergeräte, und solche können bekanntlich gelegentlich zicken.
  4. Wir halten nichts davon, pro Forma trotz dem Prompter ab und an den Blick zu senken und so zu tun, als ob Sie ein neues Stichwort ab Ihrem Manuskript aufnehmen müssten. Wenn Sie sich dafür entscheiden, den Prompter einzusetzen, um immerwährend Augenkontakt mit Ihrem Publikum halten zu können, dann ziehen Sie es auch durch.
  5. Auch der teuerste Prompter macht aus Ihnen keinen besseren Redner, wenn Struktur und Inhalt Ihres Aufsagers nicht stimmen. Am Anfang steht deshalb immer ein gut strukturierter Text – beispielsweise nach dem Modell der Fünfsatzrede -, der möglichst nach «Spreche» und nicht nach «Schreibe» klingen soll.
  6. Wie erreicht man das? Sprechen Sie, während Sie den Text schreiben. Überlegen Sie sich: Wie würde ich das meinen Freuden sagen? Sprechen Sie es laut aus, wenn Sie zum Schluss kommen, «ja genau, so würde ich es in freier Rede auch sagen», schreiben Sie’s auf.
  7. Wie gross die Schrift am Prompter gewählt werden soll (und wie viele Zeilen dementsprechend angezeigt werden), ist eine weitgehend individuelle Angelegenheit.
  8. Wichtig ist nur, dass die Distanz zwischen Kamera und SprecherIn so gross ist, dass die Pupillen möglichst nicht auf einer Zeile hin- und herspringen. Falls Sie das bei Ihnen beobachten, vergrössern Sie die Distanz zwischen Prompter und Sprecher und/oder vergrössern Sie die Schrift.
  9. Idealerweise wird Ihr Prompter von einem Assistenten bedient, während Sie sprechen, welche/r das Tempo des Prompters fortlaufend Ihrem Sprechtempo anpasst. Falls das nicht geht: Setzen Sie Leerzeilen ein, wo Sie eine Pause machen möchten. Damit stellen Sie sicher, dass Sie nicht vom Prompter vor sich hergetrieben werden. Möglicherweise gibt es zu Ihrem Teleprompter-Modell auch ein Fusspedal oder ein Handrädchen, mit dem sich das Tempo regeln lässt.
  10. Falls Sie feststellen, dass Sie mit dem Prompter den angstvoll aufgerissenen Blick nie wegkriegen: Versuchen Sie es doch einmal mit freier Rede. Sie wären nicht der erste Mensch, der auf diese Weise seine natürliche Begabung für die freie Rede entdeckt.