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04.01.2012
08:18

Was ist ein Whlstleblower

Warum der Datendieb bei Sarasin kein Whistleblower ist

Whistleblower tönt gut. Whistleblower sind Helden, weil sie schmutzige Geschäfte aufdecken, die sie als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einer Organisation beobachten und in die Öffentlichkeit tragen. Und dabei oft Kopf und Kragen, zumindest aber ihren Job, riskieren.

In den USA und auch in ersten Europäischen Ländern sind Whistleblower deshalb von Gesetzes wegen geschützt. Allerdings besagen die Gesetze auch klar, dass nicht einfach geschützt ist, wer Daten klaut und in die Öffentlichkeit trägt.

Ein Whistleblower, der diesen Namen verdient, muss erst die gesetzlichen und internen Möglichkeiten nutzen, um auf bestehende Missstände aufmerksam zu machen. Gerade im Bankensektor gibt es heute ein umfassendes Regelwerk dazu.

Der Datendieb bei der Bank Sarasin hat dies nach heutigem Kenntnisstand nicht getan. Wenn der Verdacht auf kriminelle Transaktionen besteht, ist eine Bank verpflichtet, dies der Meldestelle anzuzeigen. Das ist hier wohl nicht geschehen. Auch hat der Mitarbeiter, soweit wir wissen, nicht erst bankintern auf die allenfalls illegale Transaktion aufmerksam gemacht. Er hat schlicht und einfach Daten gestohlen und damit gegen das Bankengesetz verstossen.

Der Mann ist deshalb ein ordinärer mutmasslicher Datendieb und Krimineller (mutmasslich wegen der Unschuldsvermutung bis zu einer gerichtlichen Verurteilung) und beigott kein Whistleblower.

Medien, die ihn als solchen bezeichnen, müssen sich den Vorwurf des Euphemismus gefallen lassen. Etwa so, wie wenn Völkermord als ethnische Säuberung bezeichnet wird.

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