Was macht ein gutes Medientraining aus?

Lassen Sie sich nicht blenden! – Kernkompetenzen für einen Medientraining-Anbieter

Sie suchen einen seriösen Anbieter für ein Medientraining? – Gar nicht einmal sooooo einfach, denn mit einer Google-Suche erhalten Sie eine Vielzahl Treffer – und nicht alle arbeiten gleichermassen seriös. Hier einige Tipps, worauf Sie achten sollten.

1. Diskretion

Seit Jahren ist es Mode, dass Medienschaffende, die selbst noch vor Mikrophon und Kamera stehen, im Nebenamt auch als Medientrainer unterwegs sind. Das Positive: Diese Journalistinnen und Journalisten wissen effektiv genau, was in der Branche gefragt ist. Die Frage ist nur: Können Sie mit einem Trainer, der morgen wieder auf einer Redaktion arbeitet, auch heikle Themen ansprechen? Oder besteht ein Risiko, dass Ihre vertraulichen Informationen früher oder später den Weg in die Redaktion finden? – Ein seriöser Journalist ist immer und ausschliesslich dem Publikum verpflichtet. Ein seriöser Medientrainer immer und ausschliesslich seinem Kunden. Wir glauben deshalb nicht, dass sich diese beiden Rollen miteinander vereinbaren lassen.

 

2. Erfahrung

Journalistinnen und Journalisten, insbesondere solche bei Radio und TV, haben ihre ganz eigenen Fragemuster und wissen, welche Interview-Dramaturgie eine hohe Zuschauerbeteiligung verspricht. Deshalb empfehlen wir, nur mit Medientrainern zu arbeiten, welche in früherer Tätigkeit auch tatsächlich Moderator/innen oder Reporter/innen beim Radio und TV waren. Wobei wir die TV-Erfahrung als unabdingbar betrachten: Auch ehemalige Radiosprecher wissen nicht unbedingt, worauf es bei der Arbeit vor der Kamera zusätzlich ankommt. Ehemalige Print-Journalistinnen und -Journalisten führen zudem Interviews ganz anders: Weil sie im Nachhinein alle Zeit der Welt haben, um ein Interview zu bearbeiten, z.B. zu kürzen, fragen Sie oft ganz anders als die Kolleginnen und Kollegen von Radio und TV. Achtung aber auch bei ehemaligen TV-Moderator/innen: Entscheidend ist die Rolle, die ein TV-Mitarbeiter beim Fernsehen hatte: Eine ehemalige Ansagerin wird mit Ihnen keinen kontroversen politischen Interviews simulieren können, ein Nachrichtensendung moderiert zu haben ist noch kein Leistungsausweis dafür, um Sie für eine «Arena» fit machen zu können.

Ob ein Medientrainer Ihre Branche bereits kennt, ist hingegen von untergeordneter Bedeutung. – Professionelle Medientrainer sind sich gewohnt, neue Themengebiete erschliessen zu müssen. Wichtig ist einzig, dass der Medientrainer auf einem Briefing besteht, um sich von Ihnen über Themen ins Bild setzen zu lassen, die realistischerweise auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Medientrainings zukommen könnten.

 

3. Unabhängigkeit

Auch Journalistenschulen, Verlagshäuser und Medienbetriebe selbst bieten heute Medientrainings an. Die Frage, die Sie sich bzw. dem Anbieter stellen sollten: Werden in den Medientrainings dieser Anbieter einfach nur die Wünsche der Medienbranche an Ihre Informationsquellen thematisiert und eingeübt? Oder lernen Sie tatsächlich auch die Kniffe, Techniken und juristischen Möglichkeiten, die Sie kennen müssen, wenn ein Medienschaffender Ihnen übel mitspielen möchte? Wird Ihnen auch vermittelt, wie Sie herausfinden, ob ein Journalist mit offenen Karten spielt, wenn er Sie um eine Stellungnahme bittet, oder ob er eine «Hidden Agenda» verfolgt?

Was darf es denn kosten?

Der Preis für ein Medientraining hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Weil die praktische Arbeit vor Mikrophon und Kamera bei einem professionellen Training einen hohen Anteil ausmachen sollten, ist die Anzahl Teilnehmer von grosser Bedeutung. Und hier gilt: Je weniger Teilnehmer, um so effizienter und effektiver das Training.  Für einen eintägigen Kurs ist eine Teilnehmerzahl von acht Personen schon die obere Grenze, alles darüber ist nicht seriös. Erfahrene Medientrainer können aber durchaus CHF 3000.– bis 4000.– kosten, je nachdem werden für Recherchen und Vorbereitungsarbeiten noch einmal einige Stunden fällig. Der Anbieter wird Ihnen zudem vorschlagen, einen Kameramann oder eine Kamerafrau für das Training zuzuziehen. – Das macht ein Training zwar tatsächlich effizienter, kostet aber auch noch einmal gut und gerne CHF 1500.– zusätzlich. Moderne Medientrainer sind aber deshalb auch in der Lage, im sog. «Videojournalisten»-Modus zu arbeiten, d.h. die Technik selbst zu bedienen. Genau abklären sollten Sie das Kurs-Setting. Seriöse Anbieter werden Ihre Bedürfnisse abklären, bevor Sie Ihnen z.B. raten, das Training in einem TV-Studio durchzuführen, das bisweilen mit technischem Personal gerne noch einmal CHF 5000.– kosten kann. – Das lohnt sich allerdings erst, wenn für die Teilnehmer tatsächlich die Aussicht besteht, dass sie für ein Studiointerview eingeladen werden. Viel häufiger – und wohl realistischer – ist die Situation, dass ein TV-Team  zu Ihnen vor Ort kommt. Um solche Situationen zu trainieren, kann das Training aber auch in einem wesentlich günstigeren Rahmen stattfinden, z.B. in Ihren eigenen Räumlichkeiten.